Das Beste – für die Zukunft der Kinder

So geht Alltag umweltschonend: Minergie-Haus, lokale Verbraucher und Aktivitäten in der nahen Umgebung. Das Elektrovelo für den Arbeitsweg – und der e-Tron für die Familie. Die Petitpierres aus Plan-Les-Ouates wissen, was sie wollen. Und wenn das neue Auto Ende Februar geliefert wird, feiert die Familie zum zweiten Mal Weihnachten.

Von Max Fischer

Wie ein kleines Kind unter dem Weihnachtsbaum: Jorge Petitpierre an diesem Novembermorgen im «Centre Audi Châtelaine» in Genf. Er läuft um den erstmals überhaupt in Genf ausgestellten Wagen. Er ist fasziniert davon. Begeistert zeigt er das elegante Lichtband am Heck. «Ich weiss alles über das Auto, ich kenne jedes Detail», schwärmt er. Am liebsten würde er einsteigen und losfahren. Doch das Auto ist nicht immatrikuliert. Jorge Petitpierre muss sich gedulden: «Unser e-tron soll Ende Februar ausgeliefert werden. Dann feiern wir zum zweiten Mal Weihnachten», freut er sich schon jetzt.

Jorge Petitpierre in Genf.
Jorge Petitpierre in Genf.

Als Audi den e-tron am 17. September dieses Jahres als Weltpremiere in San Francisco der Weltöffentlichkeit vorstellte, war auch Jorge Petitpierre mit dabei: «Nicht in den USA», lacht er, «ich sass morgens um 5.30 Uhr vor meinem Laptop und schaute beeindruckt auf die Bilder.»

Am Abend zeigte er das Video seiner Frau Vanessa. Ihr Kommentar hat ihn gefreut: Audi habe alles richtig gemacht, meinte sie. Und Jorge war beruhigt. Die Vorbestellung des e-tron war eine gute Entscheidung.

Kein Risiko, ein Auto einfach ins Blaue hinaus zu bestellen? «Seit wir am Genfer Autosalon 2016 den e-tron-Prototyp gesehen haben, träumen wir von diesem Auto», sagt Petitpierre. Das Know-how von Audi, gepaart mit der grossen Reichweite und der schnellen Ladezeit des Elektrofahrzeugs hatte das Paar aus Genf überzeugt. Der e-tron war genau das, was zu ihrer umweltbewussten Lebensweise noch fehlte.

Jorge Petitpierre an der Barrage de Verbois, einem Laufwasserkraftwerk auf der Rhone bei Genf.
Jorge Petitpierre an der Barrage de Verbois, einem Laufwasserkraftwerk auf der Rhone bei Genf.

Zum ersten Mal in seinem Leben realisierte Jorge Petitpierre im Alter von 14 die Wichtigkeit des Begriffs Energie. 1988 kam er aus Portugal in die Schweiz, und er stand vor einer Lehre als Elektriker. «Damals hat aber noch niemand über erneuerbare Energien gesprochen», erinnert er sich. Trotz Tschernobyl galt Atomenergie als Allerheilmittel.

30 Jahre später sind saubere und nachhaltige Energien im beruflichen und privaten Alltag von Jorge Petitpierre allgegenwärtig. Er ist für die Umsetzung der Sicherheitskonzepte des gesamten Immobilienportfolios der Stadt Genf verantwortlich. Dabei handelt es sich um rund 800 Gebäude wie Krippen, Schulen, Museen, Bibliotheken, Theater, Gemeindehäuser, Sportanlagen, Verwaltungsgebäude, Wohnungen und Feuerwehrkasernen. Diese werden von der Bevölkerung unterschiedlich genutzt, auch ihre Architektur unterscheidet sich deutlich.  

Die täglichen Erfahrungen mit dem Thema Energie in einem immer wieder anderen Umfeld prägen Jorge Petitpierre. Aber er sagt: «Ich bin kein Umweltschützer. Aber ich versuche, mein tägliches Leben so zu gestalten, dass die Umwelt erhalten bleibt und ich unseren Kindern die Erde im bestmöglichen Zustand hinterlassen kann.»

Als die Familie Petitpierre vor neun Jahren vor dem Kauf einer Wohnung stand, musste diese zwei Kriterien erfüllen: sie musste die aktuellen Energiestandards erfüllen – und sie musste räumlich im Zentrum ihrer Aktivitäten stehen. Ihr Entscheid fiel auf ein Immobilienprojekt in der Gemeinde Plan-Les-Ouates, in dem sie heute mit ihren Kindern Alessia (8) und Tiago (10) leben. Hier stimmt es für sie: Es handelt sich um ein Minergie-Haus. Dank der Solaranlage und der Heizung mit Holzschnitzeln aus dem nahen Wald ist die Energieerzeugung klimaneutral. Kommt hinzu, dass Jorge in einer Viertelstunde und Vanessa in zehn Minuten mit dem Elektrovelo bei der Arbeit sind. «Unser Wohnort hat für uns erste Priorität», so Petitpierre. «Für unseren täglichen Weg zur Arbeit müssen wir aufs Auto verzichten können.»  

Alessia (8) bei einem Familien-Bootsausflug auf dem Genfersee.
Alessia (8) bei einem Familien-Bootsausflug auf dem Genfersee.

Und das nicht nur aus Umweltgründen. «Wir verbringen unsere Zeit lieber mit unseren Kindern als im Stau», sagt Jorge Petitpierre. Ihre Lebensphilosophie ist klar: Sie wollen weniger Zeit verschwenden und möglichst viele kostbare Momente zusammen verbringen. Deshalb müssen Wohnort, Arbeitsplatz und Freizeitangebote nahe beieinander liegen – um leicht zugänglich zu sein und die Umwelt zu erhalten.  

Die Familie Petitpierre ist umgeben von zahlreichen Wasserläufen und dem Lac Léman. Wenn es das Wetter erlaubt, zieht es die Familie dort hin. «Selbst wenn wir eine Bootsfahrt auf dem Genfersee unternehmen, entscheiden wir uns für ein Elektroboot», sagt Jorge. Für ihn sind der See und die Gewässer nicht nur eine Postkartenidylle und wunscherschöne Aufenthaltsorte, sondern auch eine wichtige Energiequelle. Denn mit Wasser aus dem Genfersee werden drei grosse Quartiere von Genf geheizt und gekühlt. Dank eines Wasserkraftwerkes mit Staudamm wird mit Seewasser elektrische Energie produziert. «Und das aus dem See kommende Leitungswasser ist eine wahre Quelle des Lebens und erst noch tausend Mal umweltfreundlicher als in Flaschen abgefülltes Wasser», sagt Jorge stolz.

In der Umgebung ihres Zuhauses gibt es keinen Radweg und keinen Feldweg, den sie nicht schon abgespult haben. Im Sommer machen die Petitpierres oft halt an einem schönen Plätzchen: «Dann gibt’s ein Picknick rund um ein Feuer.» Sie kaufen Früchte, Gemüse, Cerealien, allerlei tierische Produkte und selbst Wein direkt beim Landwirt oder in landwirtschaftlichen Kooperationen ein. «Das beste Beispiel ist unser Holzschnitzel-Lieferant Lionel Bidaux», sagt Jorge. Er macht auch Wein, kultiviert das Land und züchtet Hühner und Rinder. «Er betreibt die Landwirtschaft wirklich ganzheitlich und führt praktisch alle Aktivitäten rund um einen Bauernhof selber aus.»

Die Petitpierres lieben Familienausflüge.
Die Petitpierres lieben Familienausflüge.

Zu Hause bei den Petitpierres kocht die ganze Familie oft zusammen. «Auf diese Weise sehen die Kinder, wie verschiedene Lebensmittel verarbeitet werden. Sie entdecken die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten und die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.» Dabei gehe es oft lustig zu und her, weiss Jorge.  «Wir haben Spass und sorgen dafür, dass die Atmosphäre entspannt ist, so dass sich die Kinder wohl fühlen – und wir Eltern es auch geniessen.»

Bis jetzt fehlt im Mobilitäts-Konzept der Familie Petitpierre einzig ein Auto, das umweltfreundlicher ist und kein Benzin mehr verbraucht. «Seit zwei Jahren beschäftigen wir uns intensiv damit.» Sie haben den Volvo XC90 Hybrid angeschaut, den I-Pace von Jaguar und die Modelle von Tesla. Doch zum Träumen gebracht hat sie der Prototyp des Audi e-tron. «Ein Traum, der nun bald Wirklichkeit wird.»

Familienausflüge machen die Petitpierres am liebsten mit dem Velo.
Familienausflüge machen die Petitpierres am liebsten mit dem Velo.

Vanessa und Jorge sind überrascht, wie spielerisch die Kinder damit umgehen, dass bald ein Elektroauto zur Familie gehört. «Für Vanessa und Tiago ist es völlig normal, elektronische Geräte aufzuladen», sagt Jorge. Sie kennen das von tragbaren Videospielkonsolen. Computern und unseren Mobiltelefonen. «Und sie sehen, wie ich regelmässig mein Velo auflade», sagt Jorge. «Ihren Kameraden erzählen sie jetzt schon, dass wir künftig niemals mehr tanken müssen, sondern einfach unser Auto an der Steckdose anschliessen.» Für Jorge ist klar: «Unsere Kinder inspirieren uns, auch an die Welt von morgen zu denken.»

Genfersee-Bootsausflüge macht Familie Petitpierre am liebsten mit einem elektrischen Schiff.
Genfersee-Bootsausflüge macht Familie Petitpierre am liebsten mit einem elektrischen Schiff.

Die Eltern sind überrascht, wie spielerisch die Kinder mit dem Thema Elektroauto umgehen. «Für sie ist es normal, dass man elektronische Geräte laden muss», sagt Jorge. Sie kennen das von Video-Spielen und Handys. «Sie freuen sich darauf und erzählen es ihren Kamerädchen, dass wir künftig nicht mehr tanken müssen, sondern einfach das Auto am Strom anschliessen können.» Und noch etwas: «Gerade als Kinder realisieren sie deutlicher als Erwachsene, dass Autos Abgase verströmen, die nicht so gut riechen. Sie sind nur wenig über der Auspuffhöhe.» Doch damit soll bald Schluss sein. Jorge hofft, dass auf Kinderzeichnungen künftig keine Autos mehr mit Abgaswolken zu sehen sein werden.

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