Sie haben die Zukunft im Blick

Florian Teuteberg hat mit Digitec Galaxus den Onlinehandel revolutioniert, Caspar Coppetti mit On den Laufschuh. Ein Gespräch über digitales und analoges Leben.

Irgendwie klingt «Unternehmer» zu konservativ für Visionäre des digitalen Zeitalters. Caspar Coppetti, Co-Founder von On, und Florian Teuteberg, Co-Gründer von Digitec Galaxus, sind echte Entrepreneurs. Titel sind ihnen zwar Tand, aber Coppetti (42) hat den Laufschuh revolutioniert und Teuteberg (40) den Onlinehandel.

Man duzt, scherzt, ist leger und kennt sich – die Headquarters liegen fünf Gehminuten auseinander. Dazwischen als Architekturjuwel die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) als Fotolocation. Beide haben den ersten vollelektrischen Audi reserviert: Digital Natives, die mitnichten stets online sind, über Digitalisierung, E-Mobilität, künstliche Intelligenz und wieso Tankstellen uncool sind.

Der On-Mitgründer Caspar Coppetti (links) und der Digitec-Galaxus-Co-Founder Florian Teuteberg sind höchst erfolgreiche Unternehmer der digitalen Ära.
Der On-Mitgründer Caspar Coppetti (links) und der Digitec-Galaxus-Co-Founder Florian Teuteberg sind höchst erfolgreiche Unternehmer der digitalen Ära.

Herr Coppetti, Herr Teuteberg, wie hat eigentlich die Geschichte ihrer Unternehmen angefangen, und was ist Ihre Philosophie?

Coppetti: We put the fun into the run, Laufen soll Spass machen. Und ich habe es einfach nicht gerne, wenn mir jemand sagt, was ich machen soll.

Teuteberg: Wir wollen das Einkaufen vereinfachen. Das ist heute wie schon zu den Anfangszeiten unsere Philosophie. Damals – mit 19 Jahren – verkauften wir Computer an Verwandte und Bekannte. Mit steigender Nachfrage programmierten wir einen Onlineshop. Ein besonderes Augenmerk legten wir auf die Filter, die das Finden des richtigen Produktes extrem vereinfachten.

Wollen Sie mit dem Kauf eines Elektroautos Ihre Rolle als Pioniere zelebrieren?

Caspar Coppetti: Überhaupt nicht. Wir zwei sind schliesslich darin gar keine Vorreiter, sondern die zweite Welle der Elektromobilität. Aber wenn andere es deshalb ausprobieren – umso besser.

Florian Teuteberg: Mir geht es genauso. Das Image ist mir egal. Ich habe Spass daran, etwas Neues auszuprobieren. Ob andere dann denken, ich sei innovativ oder ökologisch, interessiert mich nicht.

Coppetti: Du kennst das ja auch: Man wird anfangs belächelt, wenn man etwas Neues wagt. Wie wir bei On, als wir unsere neue Dämpfungstechnologie präsentierten. Und wie zu Beginn die Elektroautos.

Teuteberg: Elektroautos sind die Zukunft. Ich finde Neues spannender als das Alte. Es gibt zwar noch ein paar Hürden. Zum Beispiel, woher die Energie stammt. In der Schweiz haben wir jedoch gute Voraussetzungen. Zwei Drittel der Energie stammen aus alternativen Quellen. Die Elektroautos können den weiteren Wandel zu alternativen Energien unterstützen. Wenn zum Beispiel alle Elektroautos als Pufferspeicher genutzt werden können, ergeben sich neue Möglichkeiten bei Sonne und Wind.

Florian Teuteberg (links) und Caspar Coppetti, hier in der Installation «Explorative Spatial Analysis» (2018) von Nadine Prigann an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).
Florian Teuteberg (links) und Caspar Coppetti, hier in der Installation «Explorative Spatial Analysis» (2018) von Nadine Prigann an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Coppetti: Mit Öl verbinde ich nichts Positives, und als Bergler finde ich Wasserkraft sympathisch. Zum Elektroauto komme ich, weil für mich als Sportler Lärm und Gestank echte Abtörner sind. Ich wollte früher umsteigen, aber die Produkte waren noch nicht bereit: Ich fahre gern sportlich und weit.

Teuteberg: Genau. Was, wenn ich nach Sizilien will? Ich vertraue mal darauf, dass die europäischen Autobauer ihr Schnellladenetz aufbauen. Seitdem ich darauf achte, sehe ich aber schon überall Ladesäulen.

Coppetti: Das Laden macht mir keine Sorgen. Weil ein Auto ja oft in der Garage steht, gehe ich von einer immer vollen Batterie aus. Zudem ist mir doch auch schon einige Male das Benzin ausgegangen. Ich freue mich hingegen, nicht mehr an eine schmutzige Tankstelle fahren zu müssen. Lieber gehe ich auf Langstrecken zum Lunch, während ich lade, ohne dreckige Hände zu kriegen.

Teuteberg: Dieselgeruch bekommst Du den ganzen Tag nicht mehr weg. Das ist eines dieser Details, die man erst gar nicht auf dem Radar hat: Ich finde es lässig, nie mehr tanken zu müssen. Mit dem Kauf eines Elektroautos stellt sich dann die Frage, woher der Strom kommt. Wir haben zuhause eine Erdsonde, und jetzt wäre Fotovoltaik eine ideale Ergänzung.

Coppetti: Mir geht es ebenso. Wir stecken jetzt gerade zuhause in Überlegungen wegen Solarenergie.

Teuteberg: Das Faszinierende ist, dass man beim Elektroauto Mehrnutzen, Ökologie und Fun kombiniert. Früher waren Elektroautos hässlich und unpraktisch, heute gibt es schöne und sportliche Elektroautos. Mit dem e-tron kommt nun das erste Elektroauto, welches meine optischen, technischen und praktischen Anforderungen erfüllt.

Caspar Coppetti (42, links)

Anno 2010 entwarf Caspar Coppetti gemeinsam mit David Allemann und Olivier Bernhard den ersten On-Laufschuh mit innovativer Dämpfungstechnologie und dem Laufgefühl «wie auf Wolken». Heute laufen weltweit rund vier Millionen Menschen in rund 50 Ländern mit On-Turnschuhen. Als Co-Gründer leitet der HSG-Absolvent Coppetti heute den weltweiten On-Vertrieb und lebt in La Punt GR.

Florian Teuteberg (40)

Im Jahr 2001 gründete Florian Teuteberg zusammen mit Oliver Herren und Marcel Dobler den auf Elektronik spezialisierten Onlineshop digitec. Der damals 23-jährige Maschinenbaustudent machte so sein Hobby zum Beruf. 2012 doppelten die digitec-Gründer mit Galaxus, dem Online-Warenhaus mit dem Claim «Fast alles für fast jeden» nach. Seit 2015 hält die Migros die Mehrheit der Aktien. Digitec Galaxus hat heute über 1000 Mitarbeiter und machte 2017 über 860 Millionen Franken Umsatz. Teuteberg lebt in Zürich.

Caspar Copetti (links) und Florian Teuteberg an der ZHdK.
Caspar Copetti (links) und Florian Teuteberg an der ZHdK.

Coppetti: Ich bin ja schon immer Audi-Fan, bei uns in den Bergen ist quattro der Allradantrieb schlechthin. Die Marke ist mir nahe, die Innenräume sind extrem schön, ich mag das Sportliche. Klar waren andere Marken ein Thema, weil die deutschen Autobauer eine Weile gebraucht haben. Aber sitzt Du drin, merkst Du: Andere sind nicht wirklich qualitativ hochwertige Autos, da fehlt einfach noch etwas.

Teuteberg: Ich bin schon Elektroautos gefahren und war von Anfang an begeistert vom völlig neuen Fahrgefühl. Ich kann mir schwer vorstellen, jemals wieder auf einen Verbrenner zu wechseln. Und: Künstliche Intelligenz wird sich rasant in Anwendungen breit machen. Nimm die Sprachsteuerung: Heute ist das Ergebnis leider oft noch erbärmlich. Aber mit mehr künstlicher Intelligenz klappt es. Im Anwendungsfall Auto ist das Interface Mensch-Maschine zentral.

Coppetti: Im Auto diktiere ich Emails und SMS. Das funktioniert schon ganz gut. Ich finde es spannend, wenn die Maschine eines Tages antizipiert, was ich will. Das Auto soll Navi-Routen vorschlagen, die meine Interessen berücksichtigen. Und wieso erkennt mich das Auto nicht selbst und stellt den Sitz ein?

Teuteberg: Stimmt. Suche ich im Büro ein Ziel aus, will ich, dass das Navi das Ziel kennt, sobald ich im Auto bin. Die Vernetzung zur nahtlosen Weiterverwendung ist viel zu oft viel zu schwierig.

Coppetti: Ja, oder wenn ich ins Auto einsteige und vorher gerade einen bestimmten Song gehört habe, möchte ich den im Auto weiterhören.

Teuteberg: Autonomes Fahren macht heute vielen Menschen noch Angst. Aber es wird bald für mehr Sicherheit im Strassenverkehr sorgen. Eines Tages wird man sagen: Wieso hat man sich früher darauf verlassen, dass der Fahrer selbst den Fussgänger erkennt?

Florian Teuteberg (links) und Caspar Copetti inspizieren die Installation «Explorative Spatial Analysis» (2018) von Nadine Prigann.
Florian Teuteberg (links) und Caspar Copetti inspizieren die Installation «Explorative Spatial Analysis» (2018) von Nadine Prigann.

Die Digitalisierung ist in aller Munde…

Coppetti: Im Moment sprechen wir bei digitaler Transformation eben gerade mal über Internet und Smartphone, aber das Potenzial ist gigantisch. Da kommen ganz neue Interaktionsmöglichkeiten.

Teuteberg: Alle reden von Digitalisierung, aber in Wirklichkeit stehen wir diesbezüglich noch ganz am Anfang. Das Potenzial ist enorm. Digitalisierung schafft ständig neue Geschäftsmodelle. Welche sich durchsetzen, wird sich zeigen, auch bei uns. Im Alltag gibt es jedenfalls viele Situationen, die man simpler lösen könnte.

Coppetti: Man hört und liest von der digitalen Transformation. In vielen Bereichen ist sie längst Realität. Aber bei Ämtern gibst Du dreimal dieselben Daten ein, für Arzttermine musst Du anrufen. Da sehe ich Handarbeit, die man digitalisieren, vernetzen und uns so Convenience schaffen könnte.

Teuteberg: Ich denke, dass sich bei Robotern noch viel tun wird. Teils ist die Mechanik längst so weit, aber ohne künstliche Intelligenz sind sie noch keine Hilfe. Bislang haben es ja nur Staubsauger-Roboter in die Masse geschafft.

Coppetti: Die Digitalisierung gibt uns mehr Freiheiten. Allerdings muss man sie bewusster einsetzen. Als Gesellschaft müssen wir erst lernen, mit den Freiheiten umzugehen. Dass ich beim Skifahren Emails beantworten kann, ist Freiheit – aber es ist eben auch genau das Gegenteil. Wie Florian fahre ich mit dem Velo zur Arbeit. Ich sehe unterwegs immer Menschen, die aufs Smartphone starren. Die bemerken nicht mal den Sonnenaufgang! Oder Paare im Restaurant, die vor lauter Handy den Abend verpassen. Mir gibt es Freiheit, dass weltweit alles immer online verfügbar ist. Aber es darf nicht zu invasiv werden.

Teuteberg: Ich bin gerne offline und bewusst in der analogen Welt unterwegs.

Copetti: Wie ich. Bei mir daheim oder im Restaurant bleibt das Telefon aus. Ganz konsequent.

Sportlich, kraftvoll, emissionsfrei und nahezu lautlos – aber ohne Kompromisse im Alltag, ob bei Reise, Sport, Familie oder Freizeit: Der Audi e-tron ist das erste rein elektrische Modell der Marke mit den Vier Ringen. Er bietet ab Januar 2019 das Raumangebot und den Komfort eines Oberklasse-Modells und das Fahrerlebnis einer neuen Ära: Quasi verzögerungsfrei liegen bis zu 300 kW (408 PS) an. Der Elektro-SUV mit quattro Allradantrieb zeigt atemberaubendes Temperament.

Dennoch bietet der geräumige Fünfplätzer über 400 Kilometer Reichweite pro Batterieladung nach dem aktuellen WLTP-Prüfzyklus. Sein innovatives elektrohydraulisches Rekuperationssystem trägt bis zu 30 Prozent zur Reichweite bei. Ein Beispiel: Bei einer Bremsung aus Tempo 100 rekuperiert der Audi e-tron mit mehr als 70 Prozent der Antriebsleistung; das kann bislang kein Serienauto. Als erster Stromer der Welt verfügt der Audi e-tron optional ausserdem über virtuelle Aussenspiegel: Kameras übertragen ihre Bilder in OLED-Displays im Cockpit. Ohne konventionelle Spiegel wird so eine für einen SUV exzellente Aeorodynamik (cw-Wert 0,27) erreicht und damit rund 40 Kilometer Reichweitenvorteil.

Als erstes Serienauto lädt der Audi e-tron an Schnelladesäulen mit bis zu 150 kW Gleichstrom (alternativ 11 kW Wechselstrom) und ist nach einer halben Stunde wieder bereit. Bezahlsysteme sind passé: Der Audi e-tron charging service gewährt Zugang zu rund 80 Prozent der europäischen Ladesäulen. Noch 2019 folgt Plug & Charge: Dann autorisiert sich der Audi e-tron selbsttätig. Zuhause lädt er mit 230 oder 400 Volt und zum Beispiel heimischem Solarstrom – gemanagt per myAudi App.

Der Audi e-tron besticht durch neu interpretierte, markentypische Formensprache, stilprägende Details, volle Vernetzung und Audi virtual cockpit.
Der Audi e-tron besticht durch neu interpretierte, markentypische Formensprache, stilprägende Details, volle Vernetzung und Audi virtual cockpit.

Natürlich ist der Audi e-tron bereit fürs digitale Zeitalter: Mit LTE Advanced, WLAN-Hotspot oder MMI Navigation, die den Ladestand berücksichtigt und schon die Ladezeit am Zielort kennt. Wer seinen mit sieben Fahrprofilen aufwartenden Audi e-tron zusätzlich aufwerten möchte, kann das ab Mitte 2019 jederzeit online erledigen: So lassen sich etwa die LED-Scheinwerfer zu Matrix-LED upgraden oder kann man das Audi smartphone interface dazu buchen. Auch das ist eine Weltpremiere – und der Audi e-tron das Auto für die digitale Generation.

Steckbrief

Motor: Elektro, 300 kW (408 PS), 664 Nm (im Boost-Modus), Automatik, Allrad Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 5,7 s, Spitze 200 km/h (abgeregelt), Reichweite über 400 km Masse: L/B/H 4,90/1,93/1,61 m, Laderaum 660 Liter Verbrauch: 21,0 kWh/100m km, 0 g/km CO2-Ausstoss, Energieeffizienz A Preis: Die technische Ausstattung steht noch nicht fest, daher können noch keine offiziellen Preise kommuniziert werden. Es wird ein Preis ab 89’900 Franken angestrebt.

Audi e-tron 55, 300 kW, 21,0 kWh/100 km (Benzinäquivalent: 2,3 l/100 km), 0 g CO2/km (Durchschnitt aller erstmals immatrikulierten Personenwagen: 133g CO2/km), CO2-Emissionen aus Treibstoff- und/oder Strombereitstellung: 29 g/km, Energieeffizienz-Kategorie: A.

Alle Angaben zu Stromverbrauch, Reichweite und Energieeffizienz sind vorläufige Werte. Die angegebenen Werte wurden nach der Messmethode 715/2007/EWG in der gegenwärtig gültigen Fassung ermittelt. Es handelt sich um NEFZ-Verbrauchswerte nach der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153. Je nach Fahrweise, Strassen- und Verkehrsverhältnissen, Umwelteinflüssen und Fahrzeugzustand können sich in der Praxis Verbrauchswerte und Reichweite ergeben, die von den angegebenen Werten abweichen. Diese Werte sollten daher nur zu Vergleichszwecken verwendet werden. CO2 ist das für die Erderwärmung hauptverantwortliche Treibhausgas; die mittlere CO2-Emission aller (markenübergreifend) angebotenen Fahrzeugtypen beträgt für das Jahr 2018 133 g/km. Die Werte variieren in Abhängigkeit der gewählten Sonderausstattungen.

Dieter Jermann (50), Brand Director Audi bei der AMAG Import AG

Dieter Jermann (50), Brand Director Audi bei der AMAG Import AG

Drei Fragen an Audi Schweiz

Herr Jermann, wie digital sind Sie?

Bei Audi steht auch hierzulande die digitale Transformation im Zentrum, und mein Job bringts mit sich, dass ich quasi dauernd online erreichbar sein muss. Aber ich achte auch darauf, dass ich mir zum Ausgleich für meine Familie bewusst Online-Auszeiten gönne.

Wie vereinfacht der e-tron das Leben?

Er ist State of the Art der Digitalisierung, vom Touchscreen mit haptischer Rückmeldung über nahtlose Integration ins digitale Ecosystem myAudi bis «Functions on Demand», die später das Abrufen gewisser Optionen ermöglichen, wie etwa zusätzlicher Leistung.

Wie gehts weiter mit E-Mobilität seitens Audi?

Audi wird vom Automobilhersteller zum Systemanbieter für Mobilität. Bis 2025 kommen 20 elektrifizierte Modelle, über die Hälfte rein elektrisch, sonst Plug-in-Hybride. Auf den e-tron folgt 2019 der e-tron Sportback, 2020 ein Kompaktmodell. Mit dem e-tron GT interpretiert Audi Sportlichkeit progressiv und führt die Performance-Marke Audi Sport in die Zukunft.

e-tron News

Technik, Gesellschaft, Mobilität: Bleiben Sie up to date bei den Themen, die uns in Zukunft bewegen.