Reichweite, Ladestationen, Nachhaltigkeit

Die drei Knackpunkte im Bereich der E-Mobilität.

Von Peter Hossli

Ladestationen

80 Prozent der Ladevorgänge finden im Moment zu Hause statt, hinzu kommt Destination Charging, also öffentliche Ladesäulen im urbanen Raum oder am Arbeitsort. Für den Durchbruch der E-Mobilität ist aber das High Power Charging auf Langstrecken entscheidend: Der Volkswagen-Konzern gründete deshalb zusammen mit Porsche, Audi, BMW, Daimler und Ford in München das Joint Venture Ionity.

Von der bayerischen Hauptstadt aus planen rund 50 Personen die Errichtung und den Betrieb von 400 Schnellladestationen entlang europäischer Autobahnen. Erste Ladestationen stehen an Hauptverkehrsachsen in Österreich, Deutschland und Norwegen. In weiteren 15 europäischen Ländern bestehen Partnerschaften.

Die Ladeleistung des Standard Combined Charging System (CCS) beträgt bis zu 350 kW. Allerdings gibt es heute noch kaum Autos, die so viel Energie auf einmal aufnehmen können. Gängige Modelle verkraften 50 Kilowatt. 350 kW wird erst die nächste Generation schlucken. Zwischen den Stationen liegt ein Abstand von ungefähr 120 Kilometern. Bis Ende 2018 sollen die ersten 100 in Betrieb sein.

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Nachhaltigkeit

Die Vision von Audi ist CO₂-neutrale Mobilität. Dafür verfolgt man einen ganzheitlichen Ansatz. So setzt etwa das Werk in Brüssel, wo die vollelektrischen Audis ab diesem Jahr gefertigt werden, auf nachhaltige Energiegewinnung. Konkret heisst das regenerativ erzeugter Strom aus Wasserkraft und die mit 37’000 m2 grösste Photovoltaikanlage der Region auf dem Dach sowie Senkung des Energieverbrauchs durch ein ausgeklügeltes Belüftungssystem.

Batterien, die das Ende ihrer Lebensdauer in einem Auto erreicht haben, besitzen immer noch Restkapazitäten und müssen nicht sofort rezykliert werden. Sie werden in stationäre Energiespeicher umgewandelt und können in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage als Schnellladestationen mit mehr als 250 kW dienen.

Denn Strom ist wertvoll: Damit alle Fahrzeuge bis 2070 elektrisch betrieben werden können, wären etwa in der Schweiz zusätzlich 14 Terawattstunden Strom nötig, was zweimal der Leistung des Kernkraftwerks Gösgen entspricht. Entsprechend heisst es einsparen, optimieren und neue Wege finden.

Und: «In Zukunft wird es weniger Autos brauchen, weil man sie sich teilt», sagt Pavel Hora, Professor für virtuelle Produktion und Umformtechnik an der ETH Zürich.

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Anfang 2019 kommt der erste vollelektrische Audi auf den Markt. Was kann er? Die Details sind noch nicht bekannt – aber die Technikstudie Audi e-tron quattro concept gibt einen Ausblick. Mit CHF 2500.- sichern Sie sich einen Platz auf der Reservationsliste und gehören zu den ersten, die den ersten vollelektrischen Premium-SUV fahren. Nach erfolgter Fahrzeugbestellung wird die Reservationsgebühr zurückerstattet.